Das Unausweichliche
Ich achte dich,
weil du mein strengster Lehrer bist.
Ich achte dich,
weil ich an dir am meisten wachse.
Ich achte dich,
weil Achtung so viel bedeutungsvoller ist als Angriff, Angst und Ablehnung es sind.
Ich achte dich,
weil ich weiß, wir alle sind die Summe unserer Erfahrungen.
Und ich beginne mich selbst mehr zu achten,
weshalb nun nicht mehr du, sondern ich selbst für mich an erster Stelle stehe.
So oft ging ich für dich durch‘s Feuer.
So oft habe ich mich für dich verbrannt.
So oft bin ich wieder neu aus der Asche emporgestiegen.
Und so oft würde ich es wieder tun.
Doch heute verstehe ich, dass ich dann niemals heile.
Heute verstehe ich, dass ich dir nichts abnehmen kann.
Heute verstehe ich, dass ich nur mich selbst retten kann.
Denn du, bewusst oder unbewusst,
gehst genau dahin zurück, wo du so geprägt wurdest.
So geprägt, dass du heute so wenig fühlen willst.
So geprägt, dass du heute so viel Fassade bist.
So geprägt, dass du heute die Liebe nicht mal erkennst,
wenn sie dir in die Augen blickt.
So geprägt, dass du alles als Angriff erlebst.
So geprägt, dass du all die Anerkennung,
die du dir so mühevoll durch Leistung erschufftest,
nicht wirklich annehmen, fühlen und in dein Herz nehmen kannst.
Genau dahin gehst du zurück.
Genau dort verbündest du dich.
Genau da suchst du Schutz.
Da, wo alles begann.
“Du kannst sein, wer du bist,
wenn du loslässt, wer du sein sollst.”
(J. Macker)